Seit Lord Byron vom Lido nach Venedig im Jahre 1818 schwamm, sind Venezianer ständig auf der Suche nach neuen Wegen, um ihre unglaublichen Wasserstrassen zu präsentieren. Der 36km Vogalonga-Kurs führt die Teilnehmenden durch mehrere Inseln der Lagune, einschließlich Torcello, Burano und Murano und tritt wieder in die Stadt, über den Canale di Cannaregio, den Fischmarkt, unter der Rialtobrücke durch und endet am südlichen Ende des Canal Grande. Vor der 38. Vogalonga hatte es noch nie so viele Teilnehmende gegeben. 1802 Boote und 7720 Ruderernde mit unterschiedliche Arten von Booten, darunter Drachen-Boote, Sciopon, Sandalo, Mascareta, Pupparin und Kanus, von einzelnen Ruderernden bis zu 24 Rudernde in einem Boot, und natürlich, ein oder zwei Gondeln. Die Lagune von Venedig, war gefüllt mit Rudern und Paddeln. Diesmal hatte es nicht nur eine starke Präsenz aus dem Osten, sondern auch aus verschiedenen Kontinenten, USA - Kalifornien und Neuseeland. Mit so vielen Teilnehmerden sind Staus, Unfälle und Chaos an der Tagesordnung.
Freitagabend das Aufladen der Boote geht zackig. Und es reicht auch noch für ein gemütliches Bier.
Samstagmorgen 6.00 der Powerlungs-Bus mit Breitensport Anhänger fährt los Richtung Süden. Am Steuer der erfahrenste Kapitän Andreas.
In Chiasso mutiert unser gutgelauntes Büssli zu einem Lastwagen und frech, flott geht es am Stau vorbei.
Sicher sind wir in Venedig gelandet und Hand in Hand werden die drei Boote (Powerlungs, Poseidon und Feuerzauber) startklar gemacht für den morgigen Event.
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Der Andrang am Sonntagmorgen ist gross und wir müssen am Schluss noch fast pressieren um an den Start zu kommen.
“Canal Grande” – “Piazza San Marco” – 1700 Boote – pompöse Musik – Startschuss.
Mit Hühnerhaut und ein paar verdrückte emotionale Tränen hinter der Sonnebrille geht es
los. Ganz stolz sind wir auf unsere Clubkleidung. Unterwegs bekommen wir sogar
Komplimente für „schöne Mannschaft“. Die ganze Vogalonga ist ein einziges
Intervalltraining und für die Steuerleute extrem anspruchsvoll. Mal volle Kraft, mal halbe
Kraft, mal nur eine Person, Kanuten die Zickzack fahren sind zu beachten (Feuerzauber
hat fast einen versenkt). Durch Burano fährt der Feuerzauber ein Rennen gegen ein
ungarisches Drachenboot mit 20 Mann gilt es auch strategisch zu fahren, damit die 4
Frauen mit Steuermann Markus als Sieger aufs Meer raus kommen. An den Kanälen der
Inseln viele Zuschauer und sogar ein ganzer Chor mit Kapelle.
Schwierigste Stelle ist die Einfahrt nach Venedig unter der Brücke des Canale di
Cannaregio durch. Siehe auch
http://www.youtube.com/watch?v=_PgAYz67g4M&feature=youtu.be Man beachte ab
Minute 13.38 den Kampf vom Reuss Boot Powerlungs!
Vorher:
Während:
Geschafft aus dem Gnusch heil raus zukommen und nur noch geniessen.!
Canal Grande- viele Zuschauer- eine volle Rialtobrücke - Applaus wie wenn man gerade
in irgendetwas Weltmeister geworden wäre - Ziel einfahrt -Medaillen abholen. Wir sind
alle stolz.
Ob die Taktik „Start- Ziel – Sieg“ von Powerlungs, „sportliches rudern“ von Poseidon oder
„geniessen und spüren“ von Feuerzauber zum reussinternen Sieg geführt hat, überlassen
wir den LeserInnen???
E VIVA LA VOGALONGA………….bis zum nächsten Jahr 2013
Im Anhang noch folgendes:
Die vier Musketiere - auf ihrem Eroberungszug durch Venedig.
(Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen und Gegebenheiten sind rein zufällig und haben keine weitere Bedeutung☺)
Es war im Jahre 2012 nach Christi. Da zogen vier kräftige, wohl gebaute Musketiere in die
Ferne um das berühmte Venedig vor dem „modernen Verkehrschaos mit
stinkenden Dampfbooten“ zu retten. Ohne Angst und wild entschlossen
die Welt ein Stück zu verbessern, wurde der Poseidon gerichtet und ein
Trupp von Helfern traf sich in aller Herrgottsfrühe am Tag vor dem
heiligen Pfingstfest mit Ihren Mitstreitern. Die Turmuhr der Hofkirche
schlug 6:00 Uhr als alle Helfer, Knappen und Diener für den Ritt nach
Venedig bereitstanden. Um den beschwerlichen Weg über die Alpen antreten zu
könnenwurden Wagen mit Booten, Proviant und ca. 150 Mercedes-Pferden aufgeboten. Nun
konnte der Zug zur entscheidenden Schlacht gegen die „wilden motorisierten Boote“ der
Lagunenstadtlosfahren. Mit wehenden Fahnen starteten die drei Musketiere (Andrea, Noemi
und Fee) und ihre Helfer. Doch halt, da war noch ein seltsames Geräusch. Ein leises vibrieren
der Buschtrommel (Natel genannt) verzögerte den Start. Hier fehlt noch etwas! Ja sicher, das
vierte Musketier (Angelika) war nicht aufgetaucht, da sie ihren Schlüssel für den Stall des
Drahtesels nicht finden konnte. So musste der ganze Tross mit den 150 Gäulen warten, bis
das Eselchen angekommen ist – halt, damit keiner an dieser Stelle auf falsche Gedanken
kommt, mit dem Eselchen war natürlich der Drahteselaus dem Stall gemeint. Nun, nachdem
alle anwesend waren, konnte es losgehen. Venedig wird kommen. Die Reise führte durch tiefe
Täler, durch riesige Felsspalten (in Geschichtsbüchern nennt man diese auch Gotthard) und
durch eine lange Ebene. Die Reise war anstrengen und alle ermüdeten mit der Zeit. Nur der
Kutscher Andreas mit dem „Eisenbart“ hielt seine Pferde ständig im Trab. Die holprige Fahrt
steckte mit der Zeit allen Helfer und Mitstreiter in den Knochen. Nur einem schien das Ganze
überhaupt nichtsauszumachen. Das Faultier Sid (Clemens) lag die ganze
Zeit im Wagen und schlief. Erst auf dem Anrigerplatz in Venedig
angekommen wachte Sid auf. Schnell hatten die Musketiere den Poseidon
für den kommenden Tag vorbereitet. Nun stellt sich noch ein Problem
heraus. Der sehr bewehrte Kutscher mit dem „eisernen Bart“ konnte nichtangeheuert werden
– der Poseidon hat nur eine Zuladung von 75 kg pro Person. Und wer einen solchen
„Gesichtsschmuck“ trägt, ist leider zu schwer zum Steuern. Gut, dass es da noch Sid gab,
sollte der irgendwann mal ausgeschlafen haben, das kann dauern … Bevor es nun in die
Schlacht gehen konnte, musste noch eine Stärkung her. Pizza und Pasta alla „Mestre
Downtown“ sorgten für die nötige Kraft. Noch schnell ein Powernapping und schon konnte
der Kampf der Giganten losgehen. Unbeirrt ruderten die vier Musketiere in Richtung
Markusplatz. Trotz des feindlichen Beschusses (Startböller) und
denohrenbetäubendenFanfaren (venezianische Hymne aus riesigen Gettoblastern) starten die
Musketiere kraftvoll durch. Währe da nicht Sid gewesen, der immer vom Steuerplatz aus
meinte Piano, piono. Auch wenn die Boote hinter ihm kaum noch einen Zentimeter Platz
gefunden haben, Sid war nicht aus der Ruhe zu bringen – ohne Kraft, halbe Rollbahn und
immer wieder piano, piano. So stellten sich die Musketiere ihren Siegeszug nicht vor. Sie
wollten mit wehenden Fahnen und im Eiltempo durch Venedig
ziehen. Nach halber Strecke übernahm dann Musketier Angelika
das Kommando und Steuer. Mit zackiger Vorgabe kamen sie dem
Sieg immer näher. Mit perfektem und kraftvollem Schlag – kein
Wunder, wer eineinhalb Tage fast nur geschlafen hat, muss noch
voll Tatendrang sein (gell Sid) – ging es schnell voran. Nach dem
Wechsel kam es zur alles entscheidenden Schlacht an der Einfahrt
zum KanaleGrande.Den „Showdown“ unter der Einfahrtbrücke in den Kanal konnten die
Musketier für sich entscheiden. Gut, dass es hier ums stilvolle Rudern ging und nicht um die
interkulturelle Verständigung. Die bayrischen Rabauken im Nachbarboot wollten das Boot
der Musketiere entern und reagierten sehr harsch, als ihnen dies nicht gelang. Aus dieser
Schlacht ging eindeutig das Boot der Musketiere als Sieger hervor. Dementsprechend gross
war der Jubel entlang des Kanals de Grande. Tausende von Menschen standen auf den
Brücken und jubelten den Musketieren zu. Selbst im Ziel konnte die anderen Boote der
Luzerner „Freiheitsbewegung“ sich gegen die Musketiere nicht mehr durchsetzten. Sogar ein
venezianischeGondelieri musste sich im Ziel geschlagen geben. Die Kräfte seiner Mannschaft
hatten vom vielen Stehen im Boot so nachgelassen, dass sie es nur noch zu sprachlichen
Attacken imstande waren. Es ist wohl keine Frage, wer am Schluss als Sieger hervorging.
Am Tag nach diesem grossartigen Triumph wurde noch die Beute
für die Heimreise bereit gemacht. Die Musketiere und Sidstellen ihre
Kreuzzugsbeuteaus erlesensten Stücken des italienischen
Schuhhandwerkes und der
Sonnenbrillenmanufaktur zusammen. So mit
reichlich Beute bestückt, kannte der Heimweg des
erfolgreichen und für immer in aller Erinnerung
bleibenden Poseidons mit den vier Musketieren angetreten werden. Nach
einem solchen Erfolg sei es dem Kutscher sogar gestattet, sich und seinen „Pferden“ auf dem
Heimweg ein kleines Päuschen zu gönnen.
Und wie enden alle Geschichten von grossen Helden und noch grösseren Taten... Wenn sie
nicht gestorben sind, dann werden sie auch am heiligen Pfingsttag im Jahr 2013 nach des
Herren Geburt wieder pünktlich beim 6:00 Uhr Schlag der Hofkirchenturmuhr in Richtung
Süden aufbrechen. Dann wird ein neues Kapitel im Buch der Helden und Sagen geschrieben,
insofern bis dahin Sid wieder ausgeschlafen hat und schreibereit ist.
GuteNacht, buonanotte, …