Freitagabend, 18.30 Uhr. 19 Rudernde stehen auf dem Bootsplatz und warten gespannt darauf, ob ich wirklich das OK gebe für die Mondscheinfahrt nach Küssnacht. „Es gibt keinen schöneren Tod, als den Seemannstod“ bekomme ich zu hören!?
Der Blick in die Berge zeigte düstere Gewitterwolken, laut Wetterradar sollten sich diese Gewitterwolken aber in den Voralpen entleeren. Ich beschliesse, dass wir gehen. Die Bootseinteilung ist gemacht, die Steuerleute bestimmt, dann nichts wie los an die Ruder und ab geht’s nach Küssnacht, wo Cordon Bleu, Pouletbrust, Fischknusperli oder Frühlingsrollen auf uns warten.
Noch kaum beim Tribschenhorn angekommen müssen wir feststellen, dass wir heute arg mit Wellen zu kämpfen haben. Unser Steuermann Thomas, geniesst seinen Job und nimmt die eine oder andere Welle, die den Weg in unser Boot findet, gelassen in Kauf.
Derweil ich mir überlege, dass ich wohl doch besser den Badeanzug angezogen hätte, da ich den Eindruck nicht loswerde, dass sich die Wellen immer nur bei mir zu brechen scheinen.
Wie es wohl der Poseidon bei diesem Wellengang ergeht. Doch ein Blick nach Links bestätigt mir, dass die fünf Frauen das Boot voll im Griff haben.
In der Küssnachter Bucht beruhigt sich das Wasser zusehends und wir lassen Heinz, unseren „Neulenker“ ans Steuer.

Vor dem verdienten Essen geniessen die Einen noch eine Abkühlung im See.
Andere sind damit beschäftigt ihre nassen Kleider zum Trocknen aufzuhängen oder sich an die nasse Unterhose zu gewöhnen.
Das Wetter hält. Ein paar vereinzelte Regentropfen fallen ab und zu vom Himmel. Grosse Portionen finden langsam den Weg in die knurrenden Mägen.
Nach Kaffee und Süssem gilt es den Heimweg in Angriff zu nehmen.
Es ist nach 22:00 Uhr, der Himmel nahezu wolkenfrei. Der Mond begleitet uns aus der Küssnachter Bucht heraus. Das Wasser fast spiegelglatt, einfach herrlich!

Meine Befürchtung, dass wir aussehalb der Küssnachter Bucht wieder mit den Wellen zu kämpfen haben erweist sich als völlig unbegründet.
Einen kurzen Moment gibt es ein zwei hohe Wellen, von denen ich, wie könnte es anders sein, wieder etwas abbekomme, obwohl ich diesmal auf dem Steuerplatz sitze!
Von der Poseidon her hören wir: „ou nei ned scho weder!“ Doch wie gesagt es war ein kurzes Intermezzo.
Zufriedene Gesichter verabschieden sich nach Mitternacht. Eine Mondscheinfahrt, die wieder einmal mehr in Erinnerung bleiben wird.
Schön esch‘s gsy!
Brigitte – Co Leitung Breitensport