Markus Schuler hatte den Tag genau organisiert und die Strecke rekognosziert, so dass alles wie am Schnürchen ablief. Um 6.30 Uhr trafen sich 13 Ruderinnen und Ruderer beim Bootshaus zur Abfahrt (zwei weitere stiessen in Brienz dazu), und Bärti Keiser steuerte den Bus samt Anhänger sicher über den Brünig nach Brienz. Das Aufriggern der Boote Powerlungs, Feuerzauber und Lift ging zügig voran, so dass man um 8.30 Uhr in den See stach. Das Rudern bei spiegelglattem Wasser war ein Genuss, genauso die Landschaft entlang des nördlichen Ufers. Zum Glück war der Himmel leicht dunstig, so dass die Sonne nicht mit aller Kraft (der Wetterfrosch prophezeite bis 34° als Tageshöchsttemperatur) auf uns niederbrannte. Nach einer Stunde wurde bei einer Pause die Steuerfrau/der Steuermann gewechselt– und weiter gings.
Doch plötzlich war nur noch der Powerlungs auf dem Brienzersee zu sehen, die beiden anderen Boote waren wie verschluckt, weit und breit nichts von ihnen zu sehen! Nach zwanzigminütigem Warten sah die Powerlungsmannschaft die Boote der Kolleginnen und Kollegen wieder– was war passiert? Lift und Feuerzauber fuhren am Westende des Brienzersees jede einzelne Seemeile aus, zuerst ein wenig den Aarekanal Richtung Thunersee, dann den Lütschinenbach, wo man prompt auf eine Sandbank auffuhr. Mit vereinten Kräften kriegte man das Boot wieder flott. Wieder glücklich vereint draussen auf dem See stand der obligate Fototermin der Boote an. Feuerzauber und Lift wurden ins perfekte Licht gesteuert, so dass Lisbeth Portmann als Steuerfrau vom Powerlungs aus die Foto schiessen konnte.
Anschliessend gings dem Südufer entlang zurück Richtung Brienz. Dank ufernahem Kurs der erfahrenen Steuerfrauen und –männern erhielt man einmalige Blicke auf die schroffen Felswände, die senkrecht aus dem See aufsteigen. Langsam knurrte der Magen – es war schon etwas nach 11 Uhr, und auf der Hinfahrt am Morgen über den Brünig hatte man auf einen Gipfelihalt verzichtet. So waren alle froh, als man um halb zwölf in Iseltwald anlegte und im Hotel Chalet du Lac im Schatten der Gartenlaube einen ersten grossen Schluck Bier, Most, Eistee usw. genoss. Das Hotel Chalet du Lac ist wahrlich als Geheimtipp sehr zu empfehlen, denn das Essen (vor allem Fischgerichte) und der Service überzeugten vollends. Nach Kaffee und Dessert gings weiter Richtung Giessbachfälle. Nach einem nicht ganz einfachen Anlegemänöver nahe der Schiffstation erfrischten wir uns bei einem 20°-kühlen Bad im Brienzersee – und all die Ruderstrapazen waren vergessen.
Luftgetrocknet nahmen wir den letzten Abschnitt in Angriff, so dass wir um 16 Uhr in Brienz eintra-fen. Wieder verlief der Bootsverlad ruck-zuck- zack-zack, und bei der anschliessenden Fahrt über den Brünig holte manch eine/-r mit einem kleinen Nickerchen den verpassten Schlaf vom morgen nach. Nachdem die Boote beim Reussclub sauber versorgt waren, liessen die Akteure den Tag beim Grillieren – Martin Schäfer war Chef de Grill – ausklingen. Es war ein perfekter Tag, danke Markus Schuler fürs Organisieren und danke Bärti Keiser für die sichere Fahrt über den Brünig. Bis zum nächsten Mal.
Roman Oberholzer