MondFINSTERNIS- statt MondSCHEINrudern
Genau am Tag des Mondscheinruderns fand die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhundert statt – spektakulär und einmalig!
Text: Roman Oberholzer Fotos: Philomena Scheiwiler, Karin Hirschle, Roman Oberholzer
Die Bedingungen hätten nicht besser sein können: warme Temperaturen, klarer Himmel und obendrauf ne Mondfinsternis. So war denn dieser Anlass schnell ausgebucht, obwohl er am 27. Juli mitten in den Sommerferien stattfand. Mit vier gesteuerten Vierern gings zur Seebadi Melischachen, wo man die Boote auf der Liegewiese deponierte. Nach einem erfrischenden Bad im See setzte man sich mit einem Bier (oder anderen Wässerchen) an die reservierten Tische. Aufgrund der bevorstehenden Mondfinsternis herrschte am Abend noch Hochbetrieb in der Badi – und man wartete und wartete und wartete auf das Essen. Jeder volle Teller, der fein duftend an einem vorbeigetragen wurde, liess das Wasser noch stärker im Mund zusammenlaufen. Endlich wurden die Burger bzw. Fischchnusperli mit Salat/Pommes frites serviert – uff, das tat gut. Nach Kaffee und Glacé hiess es, die beste Position für das Himmelsspektakel zu erobern – doch wo ist der Mond?
Einerseits ging er spät auf, da die Rigi "im Weg war", andererseits leuchtete er rötlich nur sehr schwach, da bereits die volle Mondfinsternis im Gang war. Alle waren vom Naturschauspiel fasziniert, doch es war nicht leicht, dieses fotografisch festzuhalten. Die angefügte Bildgalerie beweist aber, dass doch einige mit tollen Aufnahmen erfolgreich waren. Als der Mond gegen 22.30 Uhr begann, aus dem Erdschatten zu treten und sich aufzuhellen, startete man zur Rückfahrt – ein idealer Zeitpunkt, denn so konnte man bis Luzern für gut eine Stunde vom See aus miterleben, wie der Mond wieder seine volle Grösse und Helligkeit zurückgewann. Die Steuersleute mussten aber auch immer den See im Auge behalten, da wegen der Mondfinsternis noch reger Bootsverkehr herrschte. Alle Boote kamen aber gut im Reuss an, wo kurz nach Mitternacht das letzte Licht gelöscht wurde, als sich zufriedene Ruder auf den Heimweg machten, im Wissen, dass sie Historisches miterleben durften: Denn die nächste totale Mondfinsternis von ähnlicher Länge wie am 27. Juli wird es erst wieder im Jahr 2123 geben ...
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