Über 7 Schleusen musst du gehn
Text: Urs Eggler, Fotos: Philomena Schweiller
So sollte eigentlich mein Bericht von unserer Wanderfahrt beginnen, ausgehend vom Songtext von Peter Maffay. Dann geht der Text aber weiter mit "sieben dunkle Jahre überstehn" und das wars nun definitiv nicht. Ganz im Gegenteil, die Sonne brannte auf uns hernieder, kein Lüftli wehte und ich ruderte in der stehenden Hitze und dachte nur, dass irgendwann einmal die Staumauer kommen muss, doch nun der Reihe nach:
Ein rudersportlicher Leckerbissen stand im Juli 19 auf dem Reussstrecker-Programm: 64 Kilometer auf Aare und Rhein von Stilli bis Kaiseraugst, mit insgesamt 7 Schleusen, mysteriösen Strömungen in Rheinfelden und Laufenburg und einer Sommernacht im schönen Bad Säckingen. Also sofort angemeldet und Glück gehabt und den Wecker auf 5 Uhr gestellt und abriggern und ab ins Büsli und am Mittag endlich auf der Aare, welche dann zum Klingnauersee gestaut wird. Die erste Schleuse war bedient und so konnten wir einfach wie im Lift einen Stock runter und waren danach schon bald am Einfluss vom Rhein kurz vor Waldshut. Durch schöne Flusslandschaften gings mit Strömung flott Richtung Säckingen, unterbrochen von weiteren 4 Staumauern, welche es zu überwinden galt.
Von meinen früheren Wanderfahrten auf Themse, Lahn, Neckar und Weser her bin ich es gewohnt, dass es an den Staumauern (bediente) Schleusen hat. Doch leider nicht am Hochrhein, wo die Ruderer stattdessen froh sein müssen, wenn es ein holpriges Wägeli hat, welches man zuerst finden und einen halben Kilometer zum Boot schleppen muss, dann das Boot an irgendwelchen Auswasserungsstellen herausziehen und mit dem Wägeli auf dem glühenden Asphalt einen halben Kilometer durch die Pampa ziehen. Da waren definitiv keine Ruderer am Werk, welche diese Umtragestellen gebaut haben.
Wie immer arbeiteten wir tiptop zusammen und rudern können wir sowieso und so schafften wir die fast 40 Kilometer in time, lagerten Feuerzauber und Powerlungs bei unseren Freunden im RC Säckingen und nahmen zwei Taxis zur Villa von der Mutter von unserem Clemens und tranken zunächst einmal ein Kühlbox Bier bevor wir nach etwas Körperhygiene zum Pizzaplausch plus Beachbar abmarschierten.
Nach einem grossartigen Frühstück gings weiter, begleitet von einem Säcki-Fünfer. Wir ruderten die ersten 12 Kilometer durch das landschaftlich schöne Ruderrevier vom RC Säckingen und nach der Staustufe Schwörstadt dann Richtung Rheinfelden, wo es kurz vor der Rheinbrücke recht unheimliche Strömungen hatte. Danach noch eine halbe Stunde mit Strömung weiter bis Kaiseraugst, wo wir beim Bootshaus vom Baser Ruderclub auswasserten und die Boote aufluden.
Infolge der Staustufen war das Weekend recht anstrengend, dafür was das Ganze ein tolles Erlebnis und Schueli und Clemi haben die Expedition fantastic geleitet und ich danke einmal mehr unserem Reussstrecker-Team für all die unvergesslichen Wanderfahrten, welche wir seit Jahren schon zusammen machen dürfen.
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